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Auch an den Küsten Schleswig-Holsteins können Sie Bernstein sammeln

 
Gehen Sie doch 'mal spazieren . . .
Selbst sammeln

Bernstein-Sammeln ist eine wirklich spannend-entspannende Sache: Insbesondere nach einem Sturm im Herbst oder Frühjahr kann die "Ernte" gut sein und die Fischer achten in ihren Netzen auf den ersehnten "grossen Fang" nicht viel weniger, als auf die Fische.

Da Bernstein im Salzwasser schwimmt bzw. schwebt, wird er von der Brandung ans Ufer gespült. In der Regel sind das natürlich kleine bis kleinste Stücke, aber auch an der Ostseeküste werden gelegentlich eier-grosse Brocken gefunden. Mehrmals wurden Brocken mit einen Gewicht zwischen 1 und sogar fast 2 Kilo gefunden. Das weltweit grösste bisher gefundene Stück wog über 10 Kilo. Einen fast einen halben Meter langen und 9,1 kg schweren Block kann man im Berliner Museum für Naturkunde (Humboldt-Universität) bewundern.

Als gute Fundplätze gelten Usedom, Hiddensee und der Darss. An der Ostseeküste kann jeder Tag Ihr "grosser Tag" sein. Und da dieser Zeitvertreib sehr erholsam ist - man kann wirklich meilenweit laufen, ohne dass die Zeit lang wird - ist jeder Tag, an dem Sie Bernstein suchen, ein Gewinn - auch ohne das ersehnte Urlaubs-Souvenir in der Tasche!

Vergessen Sie dabei nicht: Jede neue Welle kann einen Bernstein anschwemmen. Der Strandabschnitt, den Sie gestern abgesucht haben, steckt heute schon wieder voller Chancen. Wenn Sie nach einem Sturm ein paar Kilometer spazierengegangen sind, dann sind Sie mit Sicherheit auch schon an einigen Bernsteinen vorbeigegangen.Verzagen Sie also nicht, wenn Sie sich zunächst immer nur nach Glasscherben bücken:

So saubere Bernsteine werden Sie am Strand kaum finden

Unser Blick ist auf das gerichtet, was wir aus dem Geschäft als Bernstein kennen, also so ähnlich, wie der Bernstein auf diesem Foto. Das aber sieht ganz anders aus, als das, was wir am Strand finden - oft völlig unscheinbare, verkrustete Teile. Wer wirklich Erfolg haben will, der sollte sich deshalb zunächst unbearbeitete Stücke ansehen. Im Bernsteinmuseum der Bernstein-Stadt Ribnitz z.B. gibt es etliche Exponate, die Ihren Blick schärfen können. Sie werden wahrscheinlich staunen, wie merkwürdig Roh-Bernstein aussehen kann.

Die Echtheitsprobe Ihrer Fundstücke können Sie ja übrigens abends im Quartier machen; also erstmal alles in den Beutel sammeln und dann prüfen, ob sich zwischen den ganzen Steinen, Glasscherben und Plastikstückchen auch ein echter Bernstein befindet.

Eine vielleicht nicht sehr grosse, aber trotzdem erwähnenswerte Gefahr besteht in der Verwechslung von vermeintlichen Bernsteinfunden mit Phosphorklumpen (sog. Weisser Phosphor) aus dem 2. Weltkrieg. Am ehesten besteht hier eine Gefährdung im Bereich der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde auf Usedom, die im Krieg von den Alliierten mit Phosphorbomben angegriffen wurde. Aber auch in der Lübecker Bucht und auf Fehmarn hat es schon Vorkommnisse mit Phosphor gegeben.

Phosphor kann sich nach dem Abtrocknen selbst entzünden. Wenn man so ein Stück Phosphor in die Tasche steckt, kann das zu schweren Verbrennungen führen. Sie können das vermeiden, indem Sie Ihre Funde in einer Tasche sammeln. Entzünden sich Ihre Funde tatsächlich, dann auf keinen Fall die Dämpfe einatmen.

Derartige Unfälle sind sehr selten - die Gefahr des Ertrinkens ist am Meer sicherlich viel grösser - aber man sollte sie nicht ausschliessen. Allerdings wäre es schade, wenn Sie sich die Urlaubsfreude nehmen liessen und deshalb auf das Suchen von Bernstein verzichten.

Ob Sie nun selbst Bernstein sammeln wollen oder Sie kaufen ihn - vielleicht als "Gelegenheit" - immer ist die Frage: Ist er denn nun echt oder handelt es sich einfach nur um hübsch aufbereitetes Kunstharz oder einen gelblich-braunen Stein?
Hier ein paar Hinweise zur Echtheitsprüfung:

Bernstein - Selbst sammeln ist immer ein Gewinn!

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