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Das Bernsteinzimmer hält die Phantasie von Kunsthandwerkern, Wissenschaftlern und Schatzsuchern gleichermassen wach. Im 16. und 17. Jahrhundert erkannten die preußischen Herrscher, wie repräsentativ das Material war und liessen Pokale und Dosen, Konfektschalen und Degengriffe aus Bernstein fertigen. Auch die ersten Bernsteinmöbel sind aus dieser Zeit. 1712 wurde als besonderes Prunkstück das Bernsteinzimmer - die Bernsteinverkleidung eines Salons des Schlosses Charlottenburg - fertiggestellt, das der preußische König Friedrich I. (der eher verschwenderische Vater des "Soldatenkönigs") 1701 in Auftrag gegeben hatte. Der weniger kunstbegeisterte Friedrich Wilhelm I. schenkt das Kunstwerk schon 1716 dem russischen Zaren Peter dem I., der es in seine gerade in den Newa-Sümpfen gegründete neue Residenzstadt Petersburg (zwischenzeitlich Leningrad) bringt. In der Folgezeit wurde noch einiges verändert am Bernsteinzimmer, dann aber sollte es eine ziemliche Zeitlang in Ruhe gelassen werden.
Auch die Aktivisten der Oktoberrevolution liessen das Kunstwerk unbehelligt: Es war zwar für die Könige, aber von den Werktätigen geschaffen worden. Die Nazis allerdings - sie konnten zwar Leningrad nicht einnehmen, wohl aber das vorgelagerte Schlösschen in Zarskoje Selo - bauten das Bernsteinzimmer umgehend ab und brachten es in das ostpreußische Königsberg. Dort konnte es nur recht kurze Zeit bleiben: Die "1000 Jahre" des sog. "Dritten Reiches" dauerten bekanntlich nicht sehr lange. Erneut wurde das Bernsteinzimmer von deutschen Soldaten in Kisten verpackt - was dann geschah, ist bis heute nicht so wirklich geklärt: Das Schloss in Königsberg brannte ab - mit oder ohne Bernsteinzimmer? Jedenfalls fehlte von dem "Achten Weltwunder" jede Spur, wenn man 'mal absieht von zahllosen Spekulationen, nach denen es sich in Moskau oder Kaliningrad/ Königsberg, im Harz, im Erzgebirge, bei Weimar, auf dem Grunde der Ostsee, in den Kellern reicher Sammler und wo sonst noch überall befinden sollte. Allerdings gibt es allerlei Hinweise, dass das Kunstwerk vielleicht tatsächlich nicht verbrannt ist. Auch gibt es eine relativ neue Spur - oder Spekulation: Es wurde unter dem ehem. Schloss mittlerweile ein unterirdischer Gang (wieder-)entdeckt, der möglicherweise zu bisher unentdeckten Kunstschätzen führen könnte. Aber wahrscheinlich ist auch das nur wieder eine Spur, die ins Nichts führt . . . Anfang der 70er Jahre dann - der damaligen Sowjetunion ging es nach der 25-jährigen Friedensperiode relativ gut - beschloss die sowjetische Regierung die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers. Nachdem die vergessene Technik des Bernsteinschnitzens wieder entdeckt und gelernt worden war, haben dann russische Spezialisten ab 1979 das Bernsteinzimmer aus original Baltischem Bernstein detailgetreu nach Fotos aus den 30er Jahren und danach rekonstruiert. Seit 2003 ist es im Katharinenpalast bei Puschkin der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht worden.
Das Bernsteinzimmer - trotz Rekonstruktion wird die Suche wohl ewig weitergehen . . . |
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An dieser nicht-komerziellen
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